Verschleißschutzmittel (AW-Additive) sind essentielle chemische Zusätze in Schmierstoffen, die dazu dienen, sich berührende Metalloberflächen unter Grenz- und Mischreibungsbedingungen zu schützen. Diese Bedingungen treten auf, wenn der Schmierfilm zu dünn ist, um die beweglichen Teile vollständig zu trennen, was zu Metall-auf-Metall-Kontakt und potenziellen Schäden führt.
Das Hauptprinzip von AW-Additiven besteht darin, einen opferbereiten Schutzfilm auf der Metalloberfläche zu bilden. Wenn die lokale Hitze und der Druck durch Kontakt (bekannt als "tribologische Belastung") hoch werden, werden die AW-Additive chemisch aktiviert. Sie reagieren mit dem Metall, um einen haltbaren, aber weicheren Film zu erzeugen – einen Tribofilm.
Ein gängiges Beispiel ist Zinkdialkyldithiophosphat (ZDDP), das mit der Metalloberfläche reagiert und einen glasartigen Polyphosphatfilm bildet. Diese dünne Schutzschicht (typischerweise 50-150 nm dick) wirkt als physikalische Barriere. Anstatt dass die harten Metalloberflächen sich gegenseitig abnutzen, absorbiert der weichere Tribofilm die Scherspannung und minimiert so abrasiven und adhäsiven Verschleiß.
Durch die Bereitstellung dieser Opferbeschichtung reduzieren AW-Additive die Reibung, verhindern das Festfressen von Komponenten und verlängern die Lebensdauer von Motoren, Getrieben und Hydrauliksystemen erheblich.